Zum Internationalen Frauentag durfte ich eine ganz besondere Tour durch das schöne Kempten begleiten. In jeder Stadt, in jedem Dorf in Bayern gab es und gibt es Frauen, die nur wegen ihres Geschlechts nicht die Anerkennung bekommen haben, die ihnen zugestanden wäre: Künstlerinnen, Erfinderinnen, Politikerinnen, Geschäftsfrauen. Unsere Tour stand im Zeichen dieser Frauen, unserer Vorgängerinnen, ohne die wirnicht da wären, wo wir jetzt sind.

Wir Landtags-Grüne setzen uns das ganze Jahr über für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung ein, unabhängig von Geschlecht, Generation, Hautfarbe, Behinderung, sexueller Ausrichtung, kulturellem Hintergrund und sozialer Herkunft. Denn Demokratie geht nur geschlechtergerecht. Grüne Gleichstellungspolitik bedeutet, dass Frauen und Männer so leben können, wie sie es wollen. Das setzt voraus, dass auch Frauen an politischen Willensbildung- und Entscheidungsprozessen gleichberechtigt teilhaben können und, dass sie in allen Lebensphasen wirtschaftlich, politisch und sozial unabhängig sind. Zudem muss ihre körperliche und seelische Unversehrtheit gewährleistet sein.

Für uns Grüne heißt das klare Ziel: Die Hälfte der Macht den Frauen. In der Wirtschaft, in der Gesellschaft, in der Politik.

In den letzten vierzig Jahren haben die Frauenbewegung und wir Grüne einen Wandel bewirkt. Es ist noch längst nicht alles geschafft und nichts ändert sich von allein. Es gibt zwar ein Umdenken in der Gesellschaft, aber allein darauf zu vertrauen, greift zu kurz. Vieles kann nur über politischen Einsatz und Rahmenbedingungen verbessert werden.

Denn in der bayerischen Realität sieht es – im Jahre 2019 – so aus: Bayern liegt im bundesweiten Vergleich hinten, was die Gleichberechtigung der Frauen angeht. Frauen verdienen immer noch ein Viertel weniger als Männer, die Frauenhäuser sind unterfinanziert und es gibt nach wie vor zu wenig Betreuungsmöglichkeiten für Kleinkinder.

Wir Grüne fordern: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – Frauen in Führungspositionen – Kindergrundsicherung einführen und alleinerziehende Frauen vor der Altersarmut bewahren

Wir Grüne fordern: Rollenbilder überwinden – Erfolge und Beiträge von Frauen in der Geschichte in den Fokus des Schulunterrichts nehmen – bessere Bezahlung von „typisch weiblichen Berufen“

Wir Grüne fordern: Nein heißt Nein – Genügend Personal und ausreichend finanzielle Mittel für Frauenhäuser und -notrufe – Qualifizierte Notfallversorgung einschließlich anonymer Spurensicherung bei sexualisierter Gewalt

Wir Grüne fordern: Schutz und Sicherheit für weibliche Geflüchtete – Hilfsangebote für Opfer von Menschenhandel – Bekämpfung von Zwangsprostitution

Unser Ziel lautet: Die Hälfte der Macht den Frauen – auch in der Politik. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist weiblich, aber nur knapp 27 Prozent beträgt bislang der Frauenanteil im Bayerischen Landtag. Nur wenn Frauen gleichermaßen in den Parlamenten vertreten sind, kann man von einer echten Repräsentanz des Volkes sprechen. Für echte Gleichberechtigung benötigen wir also eine Reform des Wahlrechts. Hier sind wir Grüne Vorreiterin mit unserem „Hälfte-der-Macht-Gesetz“.

Wir Grüne wollen, dass jeder zweite Listenplatz an eine Bewerberin geht, die weiblich oder divers ist. Das allein genügt aber nicht. Wir wollen, dass auch mehr Frauen über Direktmandate in den Landtag einziehen. Daher fordern wir eine Halbierung der Stimmkreise und die Aufstellung eines Duos – Mann und Frau gleichberechtigt an der Spitze. Menschen mit dem Geschlechtseintrag „divers“ dürfen auf jedem Platz antreten. Damit kann jede Bürgerin und jeder Bürger selbst entscheiden, wen er oder sie wählen will – aber endlich gibt es eine Auswahl!

Wir Grüne wollen mehr Frauen sehen und hören – in der Regierung, im Parlament, in öffentlich-rechtlichen Gremien und in Aufsichtsräten von Unternehmen!

Für alle das brauchen wir Willen, Mut und Tatkraft – von allen Geschlechtern. Wir brauchen mehr weibliche Vorbilder für die Zukunft und heute fangen wir damit an, in dem wir nicht ausreichend gewürdigte weibliche Vorbilder ins Licht stellen.